Die erste Nacht...

...sollte etwas Besonderes sein!

Sie haben sich vor Kurzem ein Teleskop zugelegt und wollen demnächst ihre erste Beobachtungsnacht durchführen? Lesen Sie diesen Beitrag und Ihnen bleiben die meisten Anfängerfehler erspart, sodass ihre erste Nacht zu einem Erlebnis wird! Mit Hilfe der Kurzübersicht können Sie auch direkt zu einem Unterpunkt springen.
 

Kurzübersicht

 
 



Aufstellen der Montierung
Dobson

Der große Vorteil an einem Dobson-System ist, dass es sehr einfach aufgebaut ist, denn es besteht nur aus 2 Komponenten: dem Tubus (Teleskop) und einer azimuthalen Montierung, der sogenannten Rockerbox. Das Aufstellen ist kinderleicht: Stellen Sie die Rockerbox möglichst ebenerdig auf. Dannach legen Sie den Tubus einfach in die Drehlager der Rockerbox ein. Das Teleskop lässt sich nun sehr leicht in jede erdenkliche Position schwenken. Da es so schnell aufgabut ist, ist es auch ideal für den mobilen Einsatz verwenbar - Aufbauen und beobachten! Allerdings ist ein Teleskop mit Dobsonmontierung nicht für die Astrofotografie geeignet.




Äquatoriale/Parallaktische Montierung

Der Vorteil einer parallaktischen Montierung ist, dass man mit ihr sehr gut Objekte nachführen, dass heißt im Gesichtsfeld behalten kann. Die richtige Aufstellung ist dabei essenziell. Sie wollen erreichen, dass die Rektaszensionsachse so parallel wie möglich zur Erdachse ausgerichtet ist. Sie gehen wie folgt vor:


 
1. Stellen Sie zuerst das Stativ ebenerdig auf den Boden. Benutzen Sie zur Kontrolle am Besten eine Wasserwaage. Zum Korrigieren können Sie einfach die Füße des Stativs ausziehen beziehungsweise einfahren. Manche Montierungen besitzen auch eine eingebaute Wasserwage (siehe Punkt 2) mit der Sie die Lage überprüfen können. Auf dem Stativ befindet sich oft ein Haltebolzen an dem die Schrauben der Rektaszensionachse ansetzen. In diesem fall muss dieser bereits grob nach Norden zeigen.

 


2. Setzen Sie Ihre Montierung auf das Stativ. Wenn die Stellschrauben der Rekatszensionachse ungefähr gleich weit arretiert sind sollte die Rektaszensionachse jetzt grob nach Norden zeigen. Überprüfen Sie, falls nicht schon in Schritt 1 getan, mit einer (eingebauten) Wasserwage, ob die Montierung ebenerdig steht. Sichern Sie Ihre Montierung mit der dafür vorgesehenen Schraube. Diese befindet sich am Stativ und trägt oft gleichzeitig den Zubehörteller (Accessory Tray)

 


 
3. Stellen Sie mit den Polhöhenschrauben die geografische Breite Ihres Beoabachtungsortes ein (für München 48° nördliche Breite). Beachten Sie, dass Sie immer eine Schraube anziehen müssen während Sie die andere lösen (Sie werden sehr schnell ein Gefühl dafür entwickeln)
 

4. Ziehen Sie nun die Haltestange für die Gewichte aus der Montierung. Öffnen Sie dafür die Schraube an der Montierung. Befestigen Sie die Gewichte auf der Gewichtstange und sichern Sie die Gewichte gegen ein versehntliches Herunterfallen mit der dafür vorgesehenen Schraube. Sorgen Sie nun dafür, dass sich die Rektaszensionachse und Deklinationsachse nicht mehr bewegen, indem Sie die Arretierhebel festziehen. (Das sind nicht die Schrauben mit denen Sie die Richtung der Rektaszensionachse einstellen). TIPP:  Drehen Sie die Deklinationsachse so, dass die Schrauben der Schienenhalterung in den Himmel zeigen. Das erleichtert die Befestigung des Teleskops.

 


5. Falls noch nicht getan: Klemmen Sie den Teleskotubus mit den 2 Rohrschellen an die Halteschiene. Ziehen Sie Sie die Schrauben der Schellen gut fest! Dannach setzen Sie das Teleskop mit der Schiene in die dafür vorgesehene Halterung an der Montierung ein und ziehen es fest mit der/den Schraube/n fest. Achten Sie darauf, dass sich die Schiene der Rohrschellen mittig in der Montierungshalterung befindet.

 
 

6. Nun müssen Sie das Teleskop bzw. die Montierung ausbalacieren: Zuerst sorgen Sie dafür, dass der Haltestab der Gewichte parallel zur Erde ausgerichtet ist. Fixieren Sie nun die Rektaszensionsachse und sorgen Sie dann dafür, dass das Teleskop parallel zum Erdboden ist und somit in derselben Ebene wie der Haltestab liegt. Dazu benutzen Sie die Deklinationsachse. Haben Sie dies geschafft fixieren Sie die Deklinationsachse.

 


7. Öffnen Sie nun wieder die Rektaszensionachse. Verschieben Sie dann solange die Gewichte auf dem Haltestab bis das Teleskop in keine Richtung schwenkt. Kehren Sie dann zur Position, die im vorherigen Schritt beschrieben wird, zurück.

 


8. Öffnen Sie nun die Deklinationsachse. Falls das Teleskop zu einer Seite hinabfällt, öffnen Sie die Rohrschellen (Ringe die dasTeleskop und die Montierung verbinden) und verschieben Sie das Teleskop innerhalb der Rohrschellen solange bis es nicht mehr kippt. Gehen Sie dabei vorsichtig vor und achten Sie darauf, dass Ihnen das Teleskop beim kippen nicht aus den Rohrschellen entgleitet. Sollten Sie nicht genug Spielraum haben, müssen Sie das Teleskop über die Schiene der Rohrschellen verschieben. TIPP: Drehen Sie das Teleskop so, dass der Okularauszug parallel zum Haltestab der Gewichte ausgerichtet ist. Dadurch haben Sie immer einen angenehmen Blick in das Okular.

 


9. Haben Sie diese Schritte erledigt sollte ihr Teleksop in jeder Position verharren und Sie können mit dem Einnorden beginnen! Wie Sie Ihr Teleskop einnorden erfahren Sie im nächsten Schritt.

Montierung einnorden


Justage des Suchers

Ein Sucher ist ein Hilfsmittel, dass auf dem Tubus des Hauptteleskops befestigt ist. Es wird verwendet um Objekte grob auf zu suchen. Der Sucher kann entweder ein kleines Fernrohr (ein Beispiel finden Sie hier) oder auch ein Leuchtpunktsucher (ein Beispiel finden Sie hier) sein. Falls ihr Teleskop nicht über eine GoTo-Funktion verfügt, kann es wegen der bereits hohen Vergrößerung sehr lange dauern Objekte durch den Okularauszug zu finden. Ist ihr Teleskop mit einem olchen Sucher ausgestattet, so muss dieser vor der Beobachtung justiert werden. (Wenn dieser immer mit demselben Teleskop verwendet wird, muss die Justage in der Regel nur einmal durchgeführt werden). 
Richten Sie ihr Teleskop auf ein irdisches Objekt am Horizont aus. Das kann ein Kirchturm, Hausdach oder Baum sein. Achten sie darauf, dass das Objekt möglichst mittig im Gesichtsfeld zu sehen ist. Blicken Sie nun auf/durch den Sucher und drehen Sie solange an den Justageschrauben, bis das Objekt mittig im Sucher zu sehen ist.



 

Ich sehe nichts durch mein Teleskop!?
Wenn Sie nichts durch ihr Teleskop sehen kann das verscheiden Gründe haben. Überprüfen Sie daher bitte folgende Checkliste:
 
  1. Haben Sie alle Abdeckungen abgenommen (Teleskop und Okularauszug)?
 
  1. Sucher richtig justiert?
 
Lesen Sie hierzu den oberen Abschnitt "Sucher justieren".
 
  1. Zu stark vergrößert?
Starten Sie immer mit einer kleineren Vergrößerung. Das bedeutet von all ihren Okularen wählen Sie das mit der größten Brennweite als der größten aufgedruckten Zahl. Erhöhen Sie die Vergrößerung erst, sobald Sie das Objekt scharf und mittig eingestellt haben.
 
  1. Objekt zu dunkel?
Abhängig von Standort und ist es durchaus möglich, dass Sie mit ihrem Teleskop das gewünschte Objekt nicht beobachten können, da Sie einfach nicht genug Licht sammeln. Probieren Sie zum testen einen hellen Stern oder den Mond.
 
  1. Akklimatisiert?
Teleskope müssen sich an die Umgebungstemperatur anpassen bevor sie eine gute Abbildung liefern. Geben Sie ihrem Teleskop Zeit, damit sich Spiegel und Tubus akklimatisieren können.
 
  1. Teleskop justiert?
Beim Transport können sich die Spiegel des Teleskops verstellen. Falls Sie davon überzeugt sind bringen Sie das Teleskop bei uns vorbei, wir prüfen dies gerne für Sie! Alternativ können Sie auch selbst Fang- und Hauptspiegel justieren. Wie Sie das machen erklären wir Ihnen hier. ► Spiegel eines Reflektors justieren
 
  1. Richtig fokussiert/scharf gestellt? 
Der falsche Fokus kann ebenfalls für eine schwarzes Bild verantwortlich sein. Probieren Sie die komplette Reichweite des Okularauszugs aus, um dies zu überprüfen. Der Okularauszug ist der Teil eines Teleskops in den Sie Ihre Okulare oder eine Kamera einsetzen. Bei einem Newton-Reflektor befindet sich dieser an der Seite. Bei einem Refraktor also einem Linsenteleskop finden Sie den Okularauszug dagegen am Ende. Am Okularauszug sind sogenannte Rändelschrauben angebracht mit denen Sie denen Sie den Projektionsebene verstellen können. Eventuell müssen Sie eine Verlängerungshülse einsetzen beziehungsweise herausnehmen.