Rezensionen zu: Skywatcher Heritage-130P FlexTube Dobson 130mm 650mm f/5 Teleskop mit Mondfilter

Skywatcher Heritage-130P FlexTube Dobson 130mm 650mm f/5 Teleskop mit Mondfilter
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Datum: 29.12.2013

Autor: Karl K.

Bewertung:


Rezensionen zu: Skywatcher Heritage-130P FlexTube Dobson 130mm 650mm f/5 Teleskop mit Mondfilter

Erfahrungsbericht zum SkyWatcher Heritage 130P FlexTube Dobson:


[Lieferung]
Trotz der Justierung wurde das Gerät schnell geliefert. Da habe ich bei anderen Händlern auch schon ganz anderes Erlebt, und das ohne vorherige Prüfung.

Der äußere Karton hatte leichte Schrammen, Teleskopverpackung und Gerät selbst waren jedoch einwandfrei.
Das Teleskop macht einen sehr soliden Eindruck und hat mich positiv überrascht! Von der Größe her ist es aber wirklich wohl das Maximum was sich zu Fuß noch problemlos transportieren lässt.
Sowohl Karton als auch der Teleskoptubus selbst sind dekorativ und sowohl als Geschenk geeignet als auch "Wohnungstauglich".

[Justage]
Kollimierung
Leider war das Teleskop (mutmaßlich durch den Transport des Paketdienstes) extrem de-justiert, da ich auf dem Feld den Fangspiegel nicht ausrichten konnte. Am zweiten Beobachtungsabend habe ich das mit Chesire/Sight-tube und Laser nachgeholt. Ich war begeistert über die Steigerung der optischen Leistung. Da merkt man wieder dass es an f/5 nötig ist hin und wieder zu kontrollieren, aber im Großen und Ganzen hält das Teleskop auch nach einem Rucksacktransport die Kollimation ganz gut. Keine Ahnung wie das der Lieferdienst geschafft hat.

[OAZ/Drehfokussierung]
Im Gegensatz zu dem was ich vor dem Kauf gelesen hatte, ist die Drehfokussierung gut eingestellt und wackelt nicht. Prima!

[Montierung]
Bei entsprechender Position des Tubus und moderat festgedrehten Schrauben läuft die stabile Dobson-Montierung selbst bei 200x und mehr noch sehr gut, so dass sich Objekte mit etwas Fingerspitzengefühl angenehm nachführen lassen.

[Optische Leistung]
Trotz des oftmals kritisierten Spiegel und der kurzen Brennweite waren Beobachten bei höherer Vergrößerung nochmals wesentlich besser als am 102mm Maksutov meiner Freundin, die Optik des kleinen Dobsons übertrifft meine Erwartungen.
Auch ist das Gerät dank des offenen Tubus schnell ausgekühlt.

[Kurzer Beobachtungsbericht]
Nachdem das Wetter besser wurde und auch kein Vollmond mehr störte, habe ich einige Deepsky-Objekte beobachtet.
Leider wurden die Deepsky-Beobachtungen oft von Nebel, Tau und Wolken frühzeitig beendet.

Aufgrund des kurzen Tubus auf Dobson-Montierung benötigt man entweder einen stabilen(!) Klapptisch oder einen kleinen Dreibeinhocker plus Matte zum hinknien. Letzteres passt in meinen Lastenrucksack oder lässt sich beim Tragen des Teleskops schultern. Bis 2km geht es mit dem Tragen auch noch, ist aber schon grenzwertig. Eine Polsterung des Griffs hilft.
Auf jeden Fall kann man mit dem kompakten Gerät leicht der städtischen Lichtverschmutzung entfliehen und im Gegensatz zu teuren Reiseteleskopen ist der Aufbau innerhalb einer Minute zu bewerkstelligen.

Einige Beobachtungs-Beispiele;
M44: Beeindruckend bei niedriger Vergrößerung
Ringnebel: Eindeutig als Scheibchen im Übersichtsokular, bei höherer Vergrößerung deutlich als Ring erkennbar. Indirekt bei weiterer Vergrößerung sogar den etwas ungleichmäßigen Ring.
M81 und M82: Selbst unter Vorstadthimmel sehr eindrucksvoll, Form bei höherer Vergrößerung gut erkennbar.
M51: Die zwei hellen Kerne sofort sichtbar, bei längerem Beobachtung auch Form und indirekt die Brücke. Leider keine Idealen Bedingungen, sicher ist noch mehr möglich.
M63: Eher durch Zufall beim Schweifen über das benachbarte Sternbild gefunden. Dank der niedrigen Brennweite liefert das bestellte 20mm Erfle-Okular eine gute Übersicht.

Saturn: Schon im Übersichtsokular sind die Ringe als "Schlaufen"
erkennbar. Nahe der Maximalvergrößerung ist der Planet immer noch erstaunlich scharf und sehr beeindruckend. Aufgrund der Bedingungen (Seeing, Stand des Planets) war die Cassini-Teilung nur in einer Nacht zu erahnen.

Jupiter: Selbst vom Balkon aus sind zwei Bänder zu sehen. Bei etwas besseren Bedingungen auch zeitweise etwas mehr. Jeden Abend die ständig veränderten Mondpositionen zu beobachten macht auch bei moderater Vergrößerung Spaß.

Mond: Passt bei mittlerer Vergrößerung vollständig ins Blickfeld, bei Maximalvergrößerung mit genauer Justierung am Stern beeindruckend scharfe Abbildung der kleineren Strukturen. Apollo-Feeling pur.

Fotografie: Wie bei vielen Newtons kommt man nicht ganz in den Fokus (Kamera mit 1,25-Zoll Adapter), doch hier ermöglicht die Flextube-Konstruktion den Tubus einfach etwas einzufahren. Allerdings ist dieses Teleskop natürlich kein Foto-Gerät, trotzdem wollte ich es ausprobieren. Mit dem Drehfokussieren wird es vor Allem bei Tag-Aufnahmen unmöglich bequem zu fokussieren.

[Lieferumfang]
Handbuch: Das Handbuch ist ausführlich und hat mich positiv überrascht.
Vor Allem im Vergleich zu anderen Teleskophandbüchern die ich kenne, sollte ein Einsteiger damit zurecht kommen. Etwas einlesen in die Thematik oder gar den Kauf eines Sternen-Atlas ersetzt es aber natürlich nicht.

Sucher: Der Leuchtpunktsucher war im Gegensatz zu einigen Berichten im engl. Forum problemlos auszurichten, ich weiß natürlich nicht inwieweit sie auch hier justiert haben.

Okulare: Das 25mm und 10mm Okular kannte ich schon vom Maksutov meiner Freundin, diese sind prinzipiell auch brauchbar. Mit dem zusätzlich bestellten 20mm Weitwinkelokular (Erfle) macht das Beobachten jedoch wesentlich mehr Spass, und auch zur Planetenbeobachtung bin ich Froh auf die in unserem Haushalt vorhandenen Okulare (leihweise) zurückgreifen zu können.

Filter: Den nachgelieferten CLR-Filter konnte ich noch nicht wirklich testen, da seither die Bedingungen sehr schlecht waren oder die Zeit fehlte. Auf dem Balkon konnte ich subjektiv ein wenig mehr Kontrast an Jupiter und Himmel wahrnehmen, jedoch wie erwartet keine Wunder.
Vielleicht hilft der Filter jedoch zumindest etwas hier am Stadtrand, und macht unter Umständen bei schwächeren Objekten den Unterschied zwischen sehen und nicht-sehen aus.

[Modifikationen]
Ich habe den offenen Tubus mit Karton erweitert, wie man es in englischen Foren oft sieht. Streulicht ist so fast kein Problem mehr, und der Karton lässt sich komplett einfahren.
Die Schwärzung des Fangspiegelrandes mit Whiteboard-Marker steht noch aus.
Eine Rohrisolierung um den Griff sorgt zudem für einen angenehmeren Transport. Eine Okularhalterung werde ich mir auch noch bauen, zwischenzeitlich eignete sich auf dem Feld auch der Tubusdeckel als Ablage.
Eigentlich schade, dass der Hersteller solche Sachen nicht von Haus aus einbaut.

[Fazit]
Das Heritage 130p ist ein vergleichsweise günstiges und vor Allem kompaktes Instrument. 130mm Öffnung reicht schon für erste Details bei der Deepsky-Beobachtung, und schlägt hier die gängigen 70 und 76mm Teleskope um Längen.
Komplexe Spiralarmstrukturen sind natürlich nicht sichtbar, doch Form und Strukturen durchaus.

Trotz des Öffnungsverhältnisses macht es auch mit günstigen Okularen Spaß und die Brennweite reicht auch für schöne Planetenbeobachtungen, ein weiteres Okular oder Barlow vorausgesetzt.
Einzig der niedrige Einblick ist ohne Tisch oder Hocker problematisch, doch damit kann man sich arrangieren.
Das Heritage 130p bietet einen guten Kompromiss zwischen Optik, Gewicht und Preis. Letztere sind beispielsweise bei einem 150mm/6"-Dobson oder 8"-Dobson schon um einiges höher.


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